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Die ältesten gedruckten Weinbücher, Kochbücher und Reisebücher
(entnommen aus „Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart“ von Margarete Rehm, mit freundlicher Genehmigung von Professor Walther Umstätter, Humboldt-Universität zu Berlin)



Das älteste gedruckte Weinbuch

("... von bewarung vnd beraitung der wein ...", Esslingen: Conrad Fyner 1478)

ist eine deutsche Übersetzung des "Liber de vinis" (lat.= Weinbuch), einer Abhandlung vom Wein als Heilmittel, die der katalanische Arzt und Mystiker Arnaldus von Villanova (* bei Valencia? um 1235, † Genua 1312 oder 1314) um 1310 König Robert von Neapel (1309 - 1343) gewidmet hatte.

Der Übersetzer war der Nürnberger Stadthauptmann Wilhelm von Hirnhofen, der den Originaltext noch durch einige Beiträge zur Weinlese, Weinbehandlung, Essigherstellung u.a. erweitert hatte. (Erstdruck der lat. Ausg.: Paris 1500.)



Verfasser des ersten gedruckten Kochbuches

war der italienische Humanist und Verwalter der päpstlichen Bibliothek Bartolomeo Sacchi (* Piadena bei Cremona 1421, † Rom 1481), der sich nach seinem Geburtsort Piadena Battista Platina nannte.

Platinas in lateinischer Sprache abgefaßtes Werk "De honesta voluptate et valitudine", eine Kompilation aus anderen Büchern, das in erster Linie dem Vatikan gedient hatte, erschien erstmals um 1474 in Venedig bei Laurentius und Sibyllinus Umber. (Erste dt. Ausg. "Von der eerliche zimlichen auch erlaubten Wolust des leibs sich inn essen, trincken, kurzweil etc. allerlay und mancherley Creaturen und Gaben Gottes zu gebrauchen", Augsburg; Heinrich Steiner 1542.)



Das erste gedruckte deutsche Kochbuch

ist die "Kuchemaistrey" (Küchenmeisterei), die anonym 1485 bei Peter Wagner in Nürnberg erschien.



Das erste gedruckte Kräuterbuch in deutscher Sprache

war der mit zahlreichen Holzschnitten illustrierte "Gart der Gesundheit" (Mainz: Peter Schöffer 1485) von Johannes de Cuba (Johann Wonnecke aus Kaub), Stadtarzt in Frankfurt/M., 1484 - 1503. Der häufig nachgedruckte "Gart der Gesundheit" fand als eine Art Volksarzneibuch weite Verbreitung.


Vorformen der Reiseführer

die dem Reisenden für Reiserouten, Unterkunfts- und Einkehrmöglichkeiten Empfehlungen geben, Sehenswürdigkeiten unter Angabe von kultur-, kunstgeschichtlichen und historischen Daten verzeichnen u.ä., sind seit der Antike bekannt.

Neben den frühen handschriftlichen Routenzusammenstellungen der Romreisenden, der Palästina- oder Santiago-Pilger gab es gegen Ende des 15. Jh. bereits gedruckte Pilgerreiseführer ("Mirabilia Romae", Rom um 1475 u.ö.).

Als erster mit Typen gedruckter Pilgerführer gilt "Die Walfart und Strasz zu Sant Jacob", die, von dem Mönch Hermann Künig von Vach für den Weg nach Santiago de Compostela in Reimen verfaßt, erstmals in Straßburg 1495 erschien und bis 1521 mehrmals an verschiedenen Orten neu gedruckt wurde.

Die Reiseführer der heutigen Form entwickelten sich in eins mit der zunehmenden Reisetätigkeit seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts.



Als Initiator der heutigen Straßenkarten

gilt der Nürnberger Kartograph, Mathematiker und Astronom Erhard Etzlaub (* 1462, † 1532). Von den von ihm angefertigten Verkehrskarten sind zwei Holzschnittkarten überliefert, geschnitten und gedruckt in der Nürnberger Offizin der Familie Glockendon.



Die erste Karte Mitteleuropas

ist eine nichtdatierte, vermutlich um 1492 entstandene Karte: "Der Romweg", eine Straßenkarte für die deutschen Rompilger, die wohl älteste Straßenkarte jener Zeit. (Die Reiserouten waren durch Punkte markiert, wobei jeder Punkt eine deutsche Meile -ca. 7400 m- bedeutete.)



Das vermutlich älteste noch bestehende Druck- und Verlagshaus Deutschlands

ist das "Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG" in Magdeburg, gegr. 1485 in Leipzig als Buchdruckerei durch den Frühdrucker Konrad Kachelofen (eigtl. Contze Holtzhusen, genannt Kachelofen von Wartberg (* Wartberg -heute Varsberg, bei Metz- um 1450, † Leipzig 1528 oder 1529), seit 1529 in Magdeburg von seinem Schwiegersohn, dem Buchdrucker und Verleger Melchior Lotter d.Ä. (* Aue [Erzgebirge] vor 1470, † Leipzig 1549), fortgeführt, 1730 von G. G. Faber erworben und als Fabersche Buchdruckerei bis zur Enteignung 1945 im Besitz seiner Nachkommen, seit 1.7.1990 unter heutigem Namen.
 


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